Geologie des Mittleren Saaletals

Auffällig für das Saaletal zwischen Jena und Dornburg ist die charakteristische Form der Saalehänge. Der Hangfuß steigt aus der Saaleaue moderat an. Auf ihm befinden sich die Siedlungen, Felder und Streuobstwiesen. Der obere Teil der Saaletalhänge dagegen ist steil und meist bewaldet, wobei auf den nach Norden zeigenden Hängen Buchenwald vorherrscht und auf den nach Süden geneigten Hängen ein lichter Schwarzkiefernwald dem trockenen Kalkboden trotzt. Orchideen finden sich sowohl in den sonnenverwöhnten Magerrasen der Schwarzkiefernhänge als auch in den dicht belaubten Buchenwäldern, hier jedoch meist am Rand von Wegen, Lichtungen und dem Waldrand selbst.

Diese charakteristische Formung verdankt das Saaletal dem anstehenden Gestein. Während der Hangfuß geologisch dem Buntsandstein zugerechnet wird bestehen der Oberhang und die Hochflächen aus Muschelkalkformationen. Sowohl der Buntsandstein (vor 251-243 Millionen Jahren) als auch der Muschelkalk (vor 243-235 Millionen Jahren) gehören zum geologischen System der Trias (vor 251-199 Millionen Jahre). Als dritte lithostratigraphische Gruppe gehört der Keuper (auf der Saale-Ilm-Platte in Richtung Apolda anzutreffen) mit dem Muschelkalk und dem Buntsandstein zur Trias, welche die Beckenlandschaften des Thüringer Beckens bilden.

Die Saale konnte sich während des Tertiärs, in welchem das Thüringer Becken entstand, in den östlichen Rand des Thüringer Beckens eintiefen und legte durch diesen Einschnitt erst die Muschelkalkschichten und tiefer dann die Buntsandsteinschichten frei.

Interessante Geländeformationen ergeben sich durch diesen geologischen Aufbau.

Talbildung

Weil die Gesteinsschichten nach Westen zum zentralen Thüringer Becken geneigt sind, liegt der Buntsandstein am Ostufer der Saale höher. Dadurch konnten in dem weichen Gestein weitere Täler (Pennickental, Gembdental und Gleistal) entstehen. Am Westufer der Saale herrschen dagegen schluchtenartige Täler vor, die sich in den festeren Muschelkalk eingetieft haben (Gönnatal, Rosental, Rautal, Mühltal).

Quellhorizonte

Der Muschelkalk neigt zu Klüften und Spalten, so das Wasser an der Oberfläche rasch versickert. Der Röt, die oberste geologische Formation des Buntsandstein, dagegen ist wasserundurchlässig. Daher treten in den Seitentälern der Saale an der Schichtgrenze zwischen Buntsandstein und Muschelkalk die Quellen aus. Am eindrucksvollsten zeigt sich das an der SaaleHorizontale am Fürstenbrunnen im Pennickental.

Hangrutschungen

Obwohl der Röt wasserundurchlässig ist, können die in ihm enthaltenen Tone Wasser aufnehmen und quellen auf. Dadurch wird der Röt plastisch verformbar. Der darüberliegende starre Kalk zerbricht und rutscht auf dem Röt langsam zu Tal. Am augenscheinlichsten zu betrachten ist dieser Prozess an der Diebeskrippe im Pennickental, wo sich Felsböcke vom Talhang gelöst haben und die SaaleHorizontale durch den Spalt zwischen Hang und Felsblöcken führt.

Süßwasserkalk (Travertin)

Das Regenwasser bildet mit dem Kohlendioxd Kohlensäure und ist so in der Lage den Kalkstein des Muschelkalks aufzulösen. Dabei gilt, dass je kälter das Wasser ist, umso mehr Kalk kann gelöst werden. Tritt das stark kalkhaltige Wasser in Quellen aus und verläuft dann weiter oberirdisch als Bach, hat es zur Folge, dass der Kalk ausfällt und am Talboden abgelagert wird. Dabei werden Pflanzenteile und Luftblasen in den entstehenden Süßwasserkalk eingeschlossen. Dieser reine Kalk wurde in den Saaleseitentälern als Baustoff und als Rohstoff für die Glasindustrie aber auch zur Zahnpastaherstellung abgebaut.

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