Botanik

Das milde Klima im Mittleren Saaletal mit seinen trockenen Kalkböden bietet Grundlage für eine Pflanzenwelt, die wärmeliebend ist und sonst soweit nördlich in Europa nicht vorhanden ist.

 

Kalkmagerrasen
Der Kalkmagerrasen, der so charakteristisch die Kalkhänge des mittleren Saaletals bedeckt, ist eigentlich eine Ersatzgesellschaft für wärmeliebenden Laubmischwald. Die kalkhaltigen, trockenen Böden, waren nach einmaliger Entwaldung nicht für die Landwirtschaft zu gebrauchen, Sonneneinstrahlung verschärft diese Situation noch. Sommerlicher Wassermangel und die hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht bedingten eine Besiedlung der Hänge mit lichtliebenden und trockenheitsertragenden Pflanzen. Die Wiesen wurden zur Beweidung mit Schafen oder zur Mahd genutzt. Diese Nutzung entzog den Böden ständig Biomasse und Nährstoffe, so dass als Pflanzen besonders lichtliebende Hungerkünstler übrig blieben, zu denen auch die Orchideen gehören. Dies sind Pflanzen, die sonst eher in den winterkalten Steppen Eurasiens oder in den wintermilden mediterranen Gebieten vorkommen. Der Kalkmagerrasen im Mittleren Saaletal bietet so auch Lebensraum für Tierarten aus Südeuropa und den Steppen des Ostens, wie Wildbienen, Rüsselkäfer, Eidechsen und Nattern. Außerhalb der Kalkmagerrasen könnten die meisten der seltenen Tier- und Pflanzenarten nicht fortbestehen, da bei mehr Wasser und Nährstoffangebot fettere Gräser die seltenen Pflanzen verdrängen würden. Die Kalkmagerrasen können nur durch regelmäßige Mahd oder Beweidung erhalten bleiben, da sich die Hänge sonst wieder bewalden würden.

Winterlinge
Im oberen Rautal, direkt an der SaaleHorizontale befinden sich im lichten Buchenwald eines der größten Vorkommen an Winterlingen im Mittleren Saaletal. Je nach Witterung ab Mitte/Ende Februar überzieht das satt gelb blühende Hahnenfußgewächs den Waldboden mit einem gelben Teppich. Die in Südeuropa und in der Türkei heimische Pflanze kam vermutlich mit den Wurzelballen von Weinstöcken aus dem Süden ins Saaletal

Märzenbecher
Im Erdengraben zwischen Dornburg und Neuengönna tritt auf einer größeren Fläche der Märzenbecher auf. Das Amaryllisgewächs tritt zwar meist in Gruppen auf, das aber große Flächen, wie im Erdengraben besiedelt werden, ist eher selten. Ihr Lebensraum ist der feuchte, lehmige Boden von Auen- und Laubwäldern in Südeuropa

Pfingstrosen
Wer im Mai und Juni auf der SaaleHorizontale durch das Gleistal wandert, trifft dort auf verwilderte Vorkommen der rotblühenden, großblütigen Pfingstrose. Im 19. und 20. Jahrhundert wurde im Gleistal auf ausgedehnten Flächen Pfingstrosen angebaut. Der Anbau diente der Rosenölgewinnung für die Parfumproduktion. Nicht selten stehen die Pfingstrosen in unmittelbarer Nähe zu Orchideen, die zur gleichen Zeit blühen.

Orchideen
Etwa 30 Orchideenarten sind an den Hängen des Mittleren Saaletals um Jena zu finden. Damit ist die Region eine der orchideenreichsten Deutschlands. Zu finden sind der Frauenschuh, das Rote Waldvöglein, die Bocksriemenzunge Knabenkräuter und Fliegen- und Bienenragwurz. Die Blütezeit liegt von Mitte Mai bis Mitte Juni. Oft stehen die Orchideen direkt am Wegesrand der SaaleHorizontale.

Weinbau
Der Weinbau an der Saale lässt sich bis in das Jahr 998 zurückverfolgen. Wahrscheinlich brachten die ersten Weinstöcke die Klöster in Jena und Bürgel in die Region. Vor allem Weißweine wie Müller-Thurgau, Silvaner und Gutedel gedeihen gut an den Saalehängen. Die SaaleHorizontale streift Weinberge bei Golmsdorf, in Dornburg und in Jena-Zwätzen. In den Gastwirtschaften am Wegesrand lassen sich die einheimischen Tropfen verkosten. An den Weinbergen der Dornburger Schlösser werden Führungen zum Weinbau an der Saale angeboten.

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Der Wanderweg SaaleHorizontale
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